HUTAN ist das indonesische Wort für „Regenwald“. Da Ravensburger in seiner Anleitung leider nicht mitteilt, wie das indonesische Wort für „Einleitung“ lautet, fühle ich mich, was das angeht, von etwaigen Verpflichtungen befreit.
Wie geht HUTAN? Wir bauen ein Stück Regenwald mit Tieren darin. Bin ich am Zug, wähle ich eine der ausliegenden Blumenkarten. Sie besagt, ob ich eine, zwei oder drei Blumen auf mein Tableau legen muss und in welchen Farben. Ich muss angrenzend an das legen, was ich schon habe. Und alle Blumen einer Karte müssen als zusammenhängende Gruppe platziert werden.
Obwohl ich die Blumen oft bunt gemischt erhalte, will ich eigentlich kein buntes Blumenmeer errichten. Sondern jedes meiner zehn bis 13 Gebiete soll ausschließlich Blumen einer Farbe enthalten. Nur dann und nur wenn das Gebiet auch vollständig gefüllt ist, zählt es Pluspunkte. Unvollständige oder bunte Gebiete bringen Minuspunkte.
Ich darf gleichfarbige Blumen auch auf bereits vorhandene Blumen legen. Dann wächst dort ein Baum. Auch der zählt Pluspunkte. Und schaffe ich es gar, ein komplettes Gebiet mit Bäumen auszustatten, darf ich statt des letzten Baumes ein Tier einsetzen, was nicht nur mehr Punkte zählt, sondern mir für jedes Nachbarfeld eine Blume nach Wahl schenkt.
Was passiert? Das Bauen ist kniffliger, als man zunächst denken mag. Will ich das Maximum von drei Blumen auf einmal, werden das unweigerlich verschiedene Farben sein. Das bedeutet, dass ich sie grenzübergreifend so platzieren sollte, dass sie in drei verschiedenen Gebieten liegen. Dies nun passend zu dem hinzukriegen, was ich schon habe, ist gar nicht so leicht. Mit jedem Gebiet, das ich neu beginne, handle ich mir zusätzliche Verpflichtungen ein. Halbvolle Gebiete zählen ja wie gesagt minus – während komplett leere Gebiete immerhin nichts zählen würden.
Mich auf meinem Tableau auszudehnen, vergrößert zwar meine Optionen. Mich allzu sehr auszudehnen, treibt mich aber in die Minuspunkte. Die Lösung könnte sein, statt in die Breite in die Höhe zu bauen. Zumal Bäume ja auch punkten. Allerdings machen mich Bäume unflexibler, überdies kann ich mir unbeabsichtigt einzelne Felder abschneiden, die ich dann nur noch mit Jokerkarten bebaut bekomme. Und nicht zuletzt behindern zu viele Bäume den Bonus-Effekt meiner Tiere.
Was taugt es? HUTAN ist Puzzlespiel, bei dem man weitgehend friedlich und interaktionslos vor sich hintüftelt. Es ist nicht mega-innovativ, enthält aber im Detail einige Feinheiten, die nicht sofort auf der Hand liegen. Wer will, kann zusätzlich mit wechselnden Sonderwertungen spielen und so Kniffligkeit und Grübelbedarf nach oben treiben.
Je häufiger ich HUTAN gespielt habe, desto wertvoller erschien es mir, statt einer Karte das Startperson-Plättchen zu wählen. Auch die Jokerblume, die man in diesem Fall bekommt, kann man häufig sehr gut gebrauchen. Vor allem in der letzten Runde des Spiels ist der Vorteil unübersehbar, nicht als Letzte:r die Karte nehmen zu müssen, die übrig bleibt. Denn häufig kriegt man auf diese Weise noch Minuspunkte reingedrückt. Das wirkt vom Design her etwas plump.
Auch die Grafik – so schön die Illustrationen aussehen – finde ich nicht ganz optimal. Das Spielmaterial verdeckt Informationen auf den Tableaus, gesperrte Wasser- und bebaubare Landgebiete sind nicht gut genug zu unterscheiden.
Trotzdem spiele ich HUTAN gerne, sicherlich auch weil ich Spiele dieser Art generell mag. Wir konkurrieren um Karten aus einer Auslage, ansonsten darf ich in Ruhe meine Landschaft basteln. HUTAN weicht genügend von anderen Spielen dieser Art ab. Und zumindest symbolisch einen Regenwald zu errichten, reinigt vielleicht auch die Seele.
**** solide
HUTAN von Daniel Skjold Pedersen und Asger Harding Granerud für eine:n bis vier Spieler:innen, Ravensburger.
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